Gesang ist Dasein

von Mirjam Luthe

Gesang ist Dasein, sagt Rilke. Gesang und Rühmung sind dabei für ihn das gleiche. Im Dasein besteht also schon das Rühmen. Das bloße Dasein von Dingen und Lebewesen, von uns selber und von allem, was es gibt, rühmt das Sein. Da braucht es kein zusätzliches Rühmen.
Wir können auf all das Rühmen rund um uns achten und in den Ruhm einstimmen. Das ist erfülltes Leben. Es tröstet. Es soll weder ablenken vom Leid der Welt, noch will es das Unheil beschönigen, aber es nimmt all das ernst, was trotzdem rühmenswert bleibt.